Zwischen Himmel und Wasser: das MuCEM Marseille

   
   

Mit seiner gitterartigen Betonstruktur, die an die Mashrabiya-Struktur orientalischer Fenster erinnert, ist der transparente Glasbau von Rudy Ricciotti schon von weitem ein spektakulärer Blickfang. Das Erdgeschoss des vierstöckigen Gebäudes beherbergt die in einer Dauerausstellung aufgenommene Sammlung des MuCEM. Organisiert in vier sogenannten Singularitäten widmet sich die Ausstellung den Themen der Landwirtschaft, den drei monotheistischen Religionen, dem Themenkomplex Bürgerschaft und Menschenrechte sowie der Seefahrt. Architektonisch werden die ausgedehnten Raumfluchten durch die stark betonten Rippen der Fertigteilbetondecke sowie den Blick auf die transparente Fassadenstruktur bestimmt. Die Ausstellungsgestaltung sieht eine umsichtige Besucherführung durch Möbel und Storen vor, die dennoch stets die Weite des Raumes erlebbar lässt.


Die Exponate werden aus der Decke heraus beleuchtet. Einzelne Vitrinen
erfahren eine besondere Behandlung mit Licht. Foto: Studio Adeline Rispal, Luc Boegly

 

Flexibilität dank Deckenvouten

Die Museographie und die Beleuchtung binden an die Deckenvouten an, die zwischen den Rippen der Fertigteilbetondecke entstehen. Die alkovenartig ausgeprägten Vouten nehmen Bogenrahmen auf, die einerseits als Tragrahmen für die Storen und die Kunst dienen, andererseits aber auch Beleuchtungselemente integrieren. Stromschienenstrahler koppeln über eine modifizierte Befestigung direkt an die Bogenrahmen an. Dabei ist die Position des Strahlers auf dem Bogensegment frei wählbar und seine Ausrichtung und sein Ausstrahlwinkel individuell adaptierbar. Die Ankopplung an die verdeckt montierte Stromschiene erfolgt über eine verlängerte Kabelführung. Die LED-Strahler sind zwischen 10° und 65° fokussierbar und mittels Drehpotentiometer am Gehäuse stufenlos dimmbar. Vorderseitig angebrachte Abblendklappen konzentrieren die Lichtführung auf das Exponat und begrenzen die Einblendung der Voutenflanken.


Die gitterartige Struktur erzeugt magische Licht- und Schattenspiele.
Foto: Stephanie Grosse-Brockhoff


Individuelle Beleuchtungslösungen

Zum überwiegenden Teil werden so die Exponate aus der Decke heraus beleuchtet. Einzelne Vitrinen erfahren jedoch eine besondere Behandlung mit Licht. Tischvitrinen zum Beispiel enthalten ausgewählte Exponate, die seitlich aus der Vitrinenflanke heraus beleuchtet werden. LED-Lichtleisten sind hierzu verdeckt hinter einer satinierten Fläche angeordnet. Auch in der „Mur des Portraits“ (Portraitwand) erfahren die darin ausgestellten Büsten eine seitliche Beleuchtung mittels verdeckt montierter LED-Linien. Amphoren und Behältnisse werden nicht nur von oben erhellt. Um die detailreiche Gestaltung der Keramiken von allen Seiten erlebbar zu machen, sind hier auch die Sockel lichtaktiv.


Die Ausstellung im MuCEM widmet sich unter anderem den Themen
der Landwirtschaft.
Foto: Studio Adeline Rispal, Luc Boegly

Ein „Cabinet des Curiosités“ (Kuriositätenkabinett) nimmt Sammelgut aus aller Welt auf – Textilien, Gewürze, Tierpräparate, und manches mehr. Hier geht eine Anordnung aus verborgen montierten linearen Leuchten und LED-Miniaturstrahlern individuell auf die Exponate ein. Die Miniaturstrahler sind mit einem Magnetfuß versehen und koppeln flexibel an ein eigens dafür vorgesehenes Metall-Chassis an. Dieses ist bündig in einer Nut an der Vitrinenoberseite eingelassen.

 
   
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