The European Patent Office

   
   

„Shining a light on patents and innovations“ heißt es auf der Website des Europäischen Patentamtes.
Und genau das trifft es auf den Punkt, denn die Methapher des Lichtes macht das Wirken und die Positionierung des Europäischen Patentamtes deutlich. Und so ist auch die Lichtplanung der Münchner Lichtplanerin Gabriele Allendorf für den Verwaltungsneubau der primäre gestalterische Faktor.

 
Hintergrund
Das Europäische Patentamt ist seit 1977 die zentrale Anlaufstelle für Erfinder und Unternehmen in Europa. In den vergangenen 31 Jahren hat das Amt rund 2,7 Millionen Patentanmeldungen entgegen genommen und fast 900.000 europäische Patente erteilt.
Heute ist das Amt die zweitgrößte europäische Organisation: An fünf Standorten in vier Ländern sind 6.500 Mitarbeiter aus 30 Nationen tätig.

Gegründet wurde das Europäische Patentamt mit dem Ziel, innerhalb Europas die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Erfindungsschutzes zu stärken. Auf der Grundlage des Europäischen Patentübereinkommens ist es heute möglich, mit einer einzigen Anmeldung in einer der drei Amtssprachen Deutsch, Englisch und Französisch Patentschutz in bis zu 38 Staaten zu erlangen. Bisher sind 34 Staaten diesem Übereinkommen beigetreten; weitere vier Staaten erkennen europäische Patente ebenfalls an.
Alle Vertragsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens sind zugleich Mitglieder der Europäischen Patentorganisation und überwachen in deren Verwaltungsrat die Arbeit des Europäischen Patentamtes. Das Amt trägt sich finanziell selbst und bestreitet alle seine Ausgaben und Investitionen aus Eigenmitteln, die aus dem Gebührenaufkommen erwirtschaftet werden. 2007 formulierte das Amt seine Patentinformationspolitik neu.

Schwerpunkt der neuen Politik ist ein barrierefreier Zugang zur Patentinformation, in dessen Rahmen das Amt nun nicht nur seine Daten, sondern auch seine Recherchentools der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen kann.
China veröffentlicht mittlerweile nach Japan und den USA die drittmeisten Patentdokumente. Mehr als die Hälfte aller neuen Patentdokumente, die 2007 in den Stand der Technik eingegangen sind, waren in chinesischer, japanischer oder koreanischer Sprache abgefasst. Als Dienstleistung für die Industrie hat das Amt daher den Helpdesk für Patentinformation aus Ostasien ausgebaut und mit chinesisch- und japanischsprachigen Experten besetzt, die sich mit den betreffenden Patentsystemen und Informationsprodukten auskennen.

Im Inneren des Neubaus
Im mächtigen Foyer des Neubaus bildet eine riesige spiralförmige Treppe den architektonischen Mittelpunkt. Wie eine Helix, aus der alles evolutionäre Leben hervorgeht, windet sie sich in die oberen Geschosse, um dann optisch im Himmel zu enden.
Sinnbildlich sind die Innovationen und Patente des EPOs (European Patent Office) die Bausteine dieser Helix, die eine Weiterentwicklung der Gesellschaft ermöglichen. Um diese Aussage wirkungsvoll zu verstärken laufen im Deckenspiegel Lichtspuren dynamisch an die Form der Treppe und der Deckenellipse heran. Somit bildet die Lichtplanerin die Form der Spirale nicht einfach nur nach, sondern führt die Bewegung noch weiter in den Raum hinein. Die Lichtspuren werden gebildet durch getrennt schaltbare Halogenlampen und Halogen-Metalldampflampen; weiches Halogenlicht für den Gesamtraum des Foyers und weißes Halogen-Metalldampflicht für die gezielte Beleuchtung von Exponaten.
Die architektonische Unsichtbarkeit der versenkten Einbaustrahler entspricht dem Auftreten des European Patent Office, das sich selbst als Förderer weltweiter Innovationen sieht, indem es Patente vergibt und verwaltet, ohne selbst im Vordergrund zu stehen.


Architektur, Kunst und Licht werden im European Patent Office als Einheit verstanden und wurden in einem frühen Stadium der Planungen interdisziplinär geplant.


An die Stelle von dekorativen Pflanzen, Stehleuchten und Stellwänden treten in der Lounge Lichtmöbel, die den Raum wie selbstverständlich unterteilen und gleichzeitig angenehm beleuchten.

Neben der Zonierung von Café, Lounge, Casino und Kiosk wird die Bar des Cafés durch eine pointierte Lichtfuge zu einem Highlight im Raum.

Evolventen-Beleuchtung
Das Foyer flankierend bilden sich die einzelnen Geschosse wie überdimensionierte Holzregale ab. Die entstandenen Decken wurden mit Leuchtstoffröhren in Evolventen an der Stelle beleuchtet, an der die Vertikalen auf die Horizontalen treffen, was der rhythmischen Dimensionierung des Raumes dient.
Gleichzeitig wird Orientierung geschaffen und dem Besucher der Blick frei gegeben auf seitlich liegende Räume. Architektur, Kunst und Licht werden im European Patent Office als Einheit verstanden und wurden in einem frühen Stadium der Planungen interdisziplinär diskutiert.
Das Licht übernimmt dabei die Aufgabe die Aussage von Architektur und Kunst in den gesamten Raum zu transportieren. Vom Foyer bis hin in den Gastronomiebereich wird das Thema der formalen Zurückhaltung weitergeführt und gleichzeitig durch neue Lichtqualitäten bereichert.


Ein Höchstmaß an Privatsphäre bietet der sogenannte Kioskbereich mit tief abgependelten Ballonleuchten.


Mit seiner Größe, seinen Details und seinem spektakulären Blick auf die mächtige Gleisspange des Münchner Hauptbahnhofs ist das Casino des EPOs ein ganz besonderer Ort in der Stadt.

Minimalistische Lichtmöbel
So wird die Lounge von speziell angefertigten, minimalistischen Lichtmöbeln illuminiert. An die Stelle von dekorativen Pflanzen, Stehleuchten und Stellwänden treten hier Lichtmöbel, die den Raum wie selbstverständlich unterteilen und gleichzeitig angenehm beleuchten. Anstatt einer herkömmlichen Beleuchtung von oben kommt dadurch das Licht, inspiriert von japanischem Lichtdesign, von unten.
Das Material der Lichtmöbel ist dem Bootsbau entliehen: Hierfür wurden Fieberglasmatten gelb eingefärbt und nach Entwürfen von Gabriele Allendorf geformt. Im Inneren befinden sich T5 Leuchtstoffröhren, die in gedimmtem Zustand für eine gedämpfte Grundbeleuchtung des Loungebereichs sorgen. Die Lichtmöbel in der Lounge halten die laufenden Energiekosten niedrig und sind dabei wartungsarm.

Rhythmisierter Deckenspiegel
Um eine gestalterische Einheit und durchgängige Lichtqualität im gesamten Gebäude zu erzeugen, arbeitet Gabriele Allendorf in allen Bereichen mit dem gleichen rhythmisierten Deckenspiegel.
Thematische Zonierungen erfolgen dabei gezielt über die Verwendung unterschiedlicher Leuchten: Rechteckige Einbauleuchten im Foyerbereich, runde Deckenausschnitte in der Cafeteria und abgependelte Deckenleuchten im Casino.

Und so wird neben der Zonierung von Café, Lounge, Casino und Kiosk durch den Einsatz verschiedener Leuchten im durchgängigen Deckenspiegel die Bar des Cafés durch eine pointierte Lichtfuge zu einem Highlight im Raum. Im Casino, als Ort der Entspannung und internen Kommuniation für die Mitarbeiter, sind die Deckenleuchten über den Tischen abgependelt.
Mit seiner Größe, seinen feinen Details und seinem spektakulären Bick auf die mächtige Gleisspange des Münchner Hauptbahnhofs ist das Casino des European Patent Office ein ganz besonderer Ort in der Stadt.
Ein Höchstmaß an Privatsphäre bietet der sogenannte Kioskbereich, der mit tief abgependelten Ballonleuchten ein Stimmung der Ruhe und Geborgenheit erzeugt.

Langjährige Planungsarbeit
Das bereits im Jahr 2005 vorgestellte Lichtkonzept ist heute zu annährend einhundert Prozent  verwirklicht, was für Gabriele Allendorf die Bestätigung Ihres Konzeptes darstellt. Die Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Architekten und Lichtplanerin waren von einem sehr frühen Zeitpunkt der Konzeptphase an sehr konstruktiv.
Das Ergebnis ist ein Verwaltungsbau mit einem außergewöhnlich hohen architektonischen Niveau und einem Lichtkonzept, das die Botschaft des European Patent Office den Besuchern weltweit kommuniziert.


Als Diplom-Ingenieurin und Innenarchitektin schöpft Gabriele Allendorf aus einer langjährigen Praxis in den Bereichen der klassischen Lichtplanung, dem Lichtmanagement, der Leuchtenentwicklung und der Lichtkunst.

Gabriele Alllendorf
Bereits 1997 gründete sie ihr Lichtplanungsbüro light identity in München und plant internationale Kunst- und Tageslichtkonzepte für den Hochbau und den Außenraum.
In einer globalisierten Welt gewinnen Zeichen und Emotionen zunehmend an Bedeutung. Wo Sprache und Wörter nicht mehr allgemein verständlich sind, treten an deren Stelle Symbole, Farben, Formen, Klänge und auch Gerüche. In diesem Kontext muss auch das Licht neu definiert werden. Licht kann eine weit größere Aufgabe erfüllen, als nur Atmosphäre und Stimmungen zu erzeugen.
Licht ist heute Botschaft.
Gabriele Allendorf plant und verwirklicht Licht immer als Teil einer Corporate Identity, einer komplexen Identität, die sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Dafür erarbeitet sie gemeinsam mit Bauherren und Architekten eine Vision und eine Mission, um dann zu definieren mit welchen Mitteln dieses Ziel erreicht werden kann. Nur so können wichtige Aspekte des Lichts, wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Emmsionsvermeidung, Wirtschaftlichkeit, Kostensicherheit und Qualitätsmanagement ein Teil der Lichtgestaltung werden. Architektur, Licht und Verantwortung sind heute untrennbar miteinander verbunden und können nicht mehr losgelöst voneinander geplant werden.
Als Diplom-Ingenieurin und Innenarchitektin schöpft sie dafür aus einer langjährigen Praxis in den Bereichen der klassischen Lichtplanung, dem Lichtmanagement, der Leuchtenentwicklung und der Lichtkunst. Sie inspiriert sich weltweit und agiert international.
Das Projektteam um Gabriele Allendorf besteht stets aus einem Team internationaler Architekten, Innenarchitekten und Fachplanern. 

„Architekturlicht zu schaffen bedeutet heute einem raumgreifenden Gedanken eine verantwortungsvolle Gestalt zu geben und nicht zu dekorieren. So muss heute von Anfang an interdisziplinär gearbeitet werden, denn erst wenn Architektur, Innenarchitektur und Lichtplanung zusammen arbeiten kann ein großer Gedanke entstehen.“    

Alle Fotos: light identity

www.gabriele-allendorf.de

 
   
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