Eine „light identity“ für die Stadtsparkasse München

   
   

„Mit einem professionellen Beleuchtungskonzept will die Stadtsparkasse München ihr
Bürogebäude am Thomas-Wimmer-Ring 1 neu beleben. Ziel ist es, die bisher selbst genutzte Immobilie am Isartor zukünftig zu vermieten“, so lautete 2008 der Auftrag der Stadtsparkasse München an das Architekturbüro Rainer Fuchs und das Büro für Corporate Light von Gabriele Allendorf.

„Neben der öffentlichen Erschließung und den Fluren galt unser besonderes Augenmerk dem äußeren Erscheinungsbild. Ziel war es, für das Gebäude eine eigene „light identity“ zu schaffen, um so eine identitätsstiftende Adresse zu bilden. Durch diese Maßnahme gewinnen die städtische Umgebung und die zukünftigen Mieter.“ sagt Gabriele Allendorf.

Direkt an den Altstadtring gebaut, hatte das dunkel wirkende Bürogebäude ein hohes Potenzial eine dominante Position einzunehmen in einer Reihe von Bürogebäuden, als Abschluss hin zum Isartor und als wichtige Wegverbindung zum Tal.
Historisch interessant ist, dass das Gebäude auf den Resten der ursprünglichen Stadtmauern steht, die heute noch vom Erdgeschoss aus zu sehen sind. Der Stadtgrabenbach, der die Stadtmauern umfloss, existierte noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Heute fließen täglich tausende von Autofahrern auf dem Thomas-Wimmer-Ring an diesem Haus vorbei.

Ansicht Lueg ins Land


Ansicht Thomas-Wimmer-Ring 1 am Abend

 

Mit ihrer neu geschaffenen Beleuchtung holt Gabriele Allendorf ein Stück der ehemaligen Qualität des Wasserlaufes zurück. Dafür wurden die stark verschatteten Arkaden, die um und durch das Gebäude führen, mit Licht so gestaltet, als wären sie eine Spiegelung des ehemaligen Stadtbaches. Dabei wechseln die Lichtstimmungen je nach Tageszeit – analog den imaginären Lichtspiegelungen auf dem Wasser. Das „Morgenlicht“ scheint minzig und hellweiss, um die Passanten aufzuwecken. Im Verlauf des Vormittags weicht das helle Licht einem gedämpften Weiß um am späten Nachmittag in ein warmes Weiß überzugehen.
In der Nacht ist es ein Bernsteinton, der die Passage sanft für Nachtschwärmer erleuchtet.

Eine weitere Vorgabe der Stadtsparkasse war, dass die Liegenschaft unter Niedrigenergie-Aspekten neu gestaltet werden sollte. So wurde vom Team der Lichtplanerin die gesamte Beleuchtungsanlage von Beginn an unter dem Aspekt der Ressourcenschonung und Energieminimierung geplant. Mit dimmbaren Leuchtstoffröhren ausgelegt, läuft die Arkaden-Anlage im Durchschnitt auf 20% ihrer Gesamtleistung.


Eingang Lueg ins Land


Eingang Thomas-Wimmer-Ring 1

Eine „Treasure Wall“ aus Licht trägt zur Wertsteigerung der Immobilie bei.
Zusätzlich wurde der Eingang geweitet und der verbaute Durchgang zum Tal hin aufgebrochen.
Dieser neu gewonnenen Wegführung kommt eine wichtige Bedeutung zu: sie ist eine städtebauliche Verbindung von Altstadtring und Tal.
Gabriele Allendorf betont ihren Wert mit einer „Treasure Wall“ – einer Tresorwand aus Licht.
Wie Tresorfächer reiht sie dafür farbig leuchtende Tafeln aneinander. Warme gelb-grün Töne – abgestimmt auf die Lichtstimmungen in der Arkade – leiten den Besucher in und durch das Gebäude. Auch hier wurde energiesparend geplant: Die Lichttechnik basiert auf dimmbaren LEDs. Im Mittel läuft die „Treasure Wall“ auf 80% ihrer Gesamtleistung.

Büro und Flur

Licht- und Planungsqualität zeigt sich im Detail.

Im Inneren des Gebäudes sind Treppenhaus und Flure mit Lichtfugen ausgestattet. Sie geben sowohl direktes als auch indirektes Licht über die Decken und Wände. Auch in den Eingangssituationen der Büros und in den Fluren betonen einseitige Lichtschlitze das minimalistische Konzept der Lichtplanerin:
„Architekturlicht zu schaffen bedeutet einem raumgreifenden Gedanken eine
verantwortungsvolle Gestalt zu geben - und nicht zu dekorieren.“, benennt Gabriele Allendorf Ihre Vorgehensweise.

Die Größe des Minimalismus zeigt sich im Detail. So haben selbst die Revisionsdeckel eine besondere Hinwendung erfahren: Sie wurden ersetzt durch eine strahlende, LED-Flächenleuchte.
Diese garantiert eine optische Beruhigung der Decke, da zwei Funktionen in einem
Element abgebildet werden – und im Gegensatz zu herkömmlichen Revisionsdeckeln kann eine Leuchte einfach und schnell gereinigt werden, was den Mietern dauerhaft eine saubere und gepflegte Decke garantiert.

„Um Projekte so anspruchsvoll und energiesparend realisieren zu können, müssen Bauherr, Architekt und Lichtplaner von Anfang an zusammen arbeiten, so wie es in diesem Fall geschehen ist.“, lobt Gabriele Allendorf abschließend.
Schon vor Fertigstellung des Projektes waren 100 % der Flächen vermietet.
Heute definieren die Mieter den Wert Ihrer Adresse über die allgemeine Bekanntheit und öffentliche Wertschätzung durch die Münchner Bevölkerung. Ein Umstand, zu dem die „light identity“ der Münchner Lichtplanerin Gabriele Allendorf maßgeblich beigetragen hat.


Treppenhaus



Treppenhausauge

 

 

 

Fakten:
Bauherr: Stadtsparkasse München
Lichtplanung:
Gabriele Allendorf
Architekt:
Rainer Fuchs, Architekt
Planung und Realisierung:
01/ 2008 – 05/ 2009


Alle Fotos:
Gabriele Allendorf – light identity
www.gabriele-allendorf.de

 
   
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